Die kontroversen Diskussionen auf europäischer Ebene über den geplanten Gesetzesentwurf zu neuen Gentechnik-Pflanzen sind aktuell in der entscheidenden Phase. Nun haben es die EU-Parlamentarier in der Hand, diesen inakzeptablen Gesetzesentwurf noch zu stoppen. Die finale Abstimmung wird am 17. Juni stattfinden.
Warum ist das geplante Gesetz zu Neuen Gentechniken so problematisch?
Das Gesetz sieht vor, dass für die überwiegende Mehrheit der neuen gv-Pflanzen die bewährten Gentechnik-Regelungen abgeschafft werden sollen. Neue Gentechnik-Pflanzen sollen ohne Risikobewertung, ohne Rückverfolgbarkeit, ohne Schutzmaßnahmen vor Gentechnik-Verunreinigungen, ohne Haftungsregelungen und ohne Kennzeichnungspflicht auf unsere Äcker und Teller gelangen. Das heißt für alle Bereiche der Saatgutproduktion, Züchtung und Landwirtschaft, dass die gentechnikfreie Erzeugung extrem schwierig wird. Auch der zu erwartenden Patentflut durch Neue Gentechnik-Pflanzen soll kein Riegel vorgeschoben werden. Dies dient einseitig den Interessen der Gentechnik-Konzerne. Während globale Unternehmen wie Bayer für Patente lobbyieren, sind sie ein massives Problem für mittelständische und kleine Züchter. Denn Patente versperren faktisch den freien Zugang zu Saatgut. Die IG Saatgut fordert daher - genauso wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) - das Europaparlament dazu auf, wirksame Patent-Verbote für Pflanzen, deren Produkte und genetische Eigenschaften umzusetzen und den inakzeptablen Gesetzesentwurf zu neuen Gentechnik-Pflanzen abzulehnen.
Am 17. Juni 2026 wird das Europaparlament über den Gesetzesentwurf abstimmen. Deshalb sind wir alle gefordert: Bäuerinnen und Bauern, Gärtner:innen, Züchtende, Verarbeitende und wir alle als Verbraucher:innen. Werdet laut und wendet euch an die Europaparlamentarier*innen. Fordert euer Recht auf gentechnikfreie Saatgut- und Lebensmittelerzeugung, fordert wirksame Verbote von Patenten und das Recht auf selbstbestimmte Entscheidungen!
Was könnt Ihr und Sie tun?
- Bitte wendet Euch / wenden Sie sich direkt an die Europaparlamentarier im eigenen Wahlkreis und im Bundesland. Bittet sie um zeitnahe Gesprächstermine. Zeigt auf, was der inakzeptable Gesetzesentwurf für die Züchtung und Euren Betrieb, aber auch für Eure Entscheidung beim Einkauf bedeuten würden. Fordert sie auf, den Gesetzesentwurf grundlegend zu verbessern oder ihn abzulehnen! Mehr Infos hier
- Unterschreibt den Sammelbrief von Bäuer:innen, Gärtner:innen, Züchtenden und Lebensmittelherstellern und leitet ihn an Berufskollegen und Bekannte weiter. Wir wollen diesen mit möglichst vielen Unterzeichnenden vor der Endabstimmung an die Europaparlamentarier übergeben. Mehr Infos hier
Mehr Informationen: AbL