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Systemwandel & Alternativen

Andere landwirtschaftliche Systeme, in denen nicht die Profite, sondern die Bedürfnisse von Mensch und Natur im Vordergrund stehen, werden sich nur entwickeln lassen, wenn Bäuerinnen, Bauern und Züchter*innen einen freien Zugang zu einer möglichst grossen Saatgutvielfalt haben. Deshalb ist die gentechnikfreie Saatgutarbeit so wichtig: nur auf diese Weise lassen sich eine unabhängige, bäuerliche Saatgutarbeit und eine ökologische Pflanzenzüchtung – zwei wesentliche Bausteine des Umbaus – erhalten und fördern. Radikal umgebaut werden müssen auch die Rahmenbedingungen: die Kulturpflanzenvielfalt darf nicht länger privatisiert werden, sondern muss als Gemeingut allen Menschen frei zur Verfügung stehen.


Die IG Saatgut setzt sich dafür ein, dass...

  • eine gentechnikfreie Saatgutarbeit als wichtiger Baustein einer radikal anderen Land- und Lebensmittelwirtschaft erhalten bleibt;

 

  • die Zusammenhänge zwischen Gentechnik, Patenten und industrialisiertem Agrarmodell erkannt, diskutiert und kritisiert werden.

Systemwandel statt Hype einzelner Technologien

Die neuen Gentechnik-Pflanzen führen das industrielle Agrarsystem fort und bauen es weiter aus. Alternative Ansätze wie die gemeingüterorientierte Ökozüchtung bergen dagegen großes Potenzial, unsere Ernährungssysteme auf eine nachhaltige Grundlage zu stellen. Dabei stoßen sie jedoch an die Grenzen des bestehenden Systems. In ihrem Artikel, der in Forum Umwelt und Entwicklung (2/2019) erschienen ist, führen Eva Gelinsky und Stefanie Hundsdorfer (beide: IG Saatgut) aus, dass wir, statt auf einzelne (Gen-)Technologien zu setzen, einen radikalen Systemwandel benötigen, um der Vielzahl unterschiedlicher Ansätze für alternative Landwirtschafts- und Ernährungssysteme weltweit Rückenwind zu verleihen.

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An den Großen vorbeizüchten

Für Innovationen in Züchtung und Landwirtschaft gibt es nicht den einen Weg, und es wird ihn sicher auch nie geben. Die Bedürfnisse in der Landwirtschaft nach angepassten Nutzpflanzen sind lokal sehr unterschiedlich. Wenn wir für diese innovative Lösungsansätze entwickeln, kommen wir zu einer Pluralität der Ansätze, die die Landwirtschaft vielfältiger machen. Ende 2017 – 2018 haben die beiden Züchter Dr. Carl Vollenweider (Forschung & Züchtung Dottenfelder Hof) und Sebastian Kussmann (Leguminosenzüchter bei der Getreidezüchtung Peter Kunz) sowie Eva Gelinsky (IG Saatgut) in einer Reihe für die Unabhängige Bauernstimme verschiedene Projekte vorgestellt, die sich außerhalb bestehender Strukturen des Saatgutmarktes und des Züchtungsgeschäftes etabliert haben. Im Zentrum der Projekte steht vor allem ein neues Verhältnis zwischen ZüchterInnen und BäuerInnen. Mit der Artikelserie ging es uns darum, Anregungen und Inspirationen für BäuerInnen und ZüchterInnen zu geben und zu zeigen, dass andere Entwicklungspfade möglich sind, jenseits der Gen- und Biotechnologie und der dazugehörigen wirtschaftlichen und unternehmerischen Strukturen.

Die Artikel gibt es hier zum Download:

> An den Großen vorbeizüchten (Einleitung)

> Die Rückkehr der Linse auf die Schwäbische Alb

> Nachbaufähige Maispopulationen als Alternative zu Hybriden

> Bäuerliche Hirsezüchtung in Mali

> Verbotene Weinstöcke

> Wege aus der Apfel-Inzucht

> Produktive Vielfalt in der Landwirtschaft

> Züchtungsstrategien gegen Krautfäule


06.09.2022

Neue Broschüre der IG Saatgut zu innovativen Züchtungsinitiativen

Eine neue Informationsbroschüre der IG Saatgut stellt zukunftsweisende Projekte im Bereich der ökologischen Pflanzenzüchtung vor. Die gewählten Beispiele zeigen eindrücklich, dass andere Wege in der Saatgutentwicklung und Landwirtschaft möglich und mehr denn je nötig sind.

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04.02.2022

Techno-Fixes statt Systemwandel in der Landwirtschaft?

Seit vielen Jahren ist klar, dass die Landwirtschaft in Europa nachhaltiger werden muss und eines grundlegenden Umbaus bedarf. Seit einiger Zeit werden vermehrt „innovative“ Techniken oder Produkte als DIE eine große Lösung vorgestellt. Was ist dran an den Versprechen?

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10.02.2021

Mehr Spielraum auf kleiner Fläche

Wie kann die Landwirtschaft auf den Klimawandel reagieren? Bietet der Ökolandbau Lösungen? In einem Interview, das Pia Volker vom Gen-ethischen Netzwerk mit einem Biolandwirt aus Brandenburg geführt hat, wird klar, dass die Landwirtschaft mit verschiedenen Problemen konfrontiert ist, die einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz erfordern.

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